Lösungen

Solidarisch in die Zukunft – mit grüner Rendite

03/11/2018
Frisches Kraut vom Lindenhof in den Händen von Kathrin. Lila Kraut, frisch, Traktor, SoLaWi

Wir wissen nicht mehr, wo wir gute Lebensmittel zu einem fairen Preis herkommen.  Und das ist richtig frustrierend, oder?

Was bedeutet genau ein Bio-Siegel und kann ich ihm vertrauen? Zahle ich am Ende für mehr Qualität oder werde ich von der Industrie hinters Licht geführt? Wer steckt hinter dem was ich kaufe und wen unterstütze ich mit meinem Geld? Wo landet am Ende der Ertrag?

Intransparenz ist normal geworden. Unser Vertrauen in die Wirtschaft ist erschüttert. Die Täuschung auf der Verpackung und der Dschungel aus Siegeln und Zertifikaten lässt uns verwirrt zurück.

Wie wäre es mit einer Lösung?

Soldidarische Landwirtschaft heißt sich die Ernte zu teilen

Erzeuger und Konsumenten gehen Hand in Hand und erschaffen eine verantwortungsvolle Landwirtschaft. Eine Landwirtschaft, die Transparenz und gesunde Lebensmittel im Einklang mit der Natur und Ressourcen garantiert. Nicht nur die Ernte wird geteilt, auch das Risiko. Alle sind Teil des Prozesses.

Aufbau und Organigramm des Netzwerks der solidarischen Landwirtschaft
So ist das Netzwerk der SoLaWi aufgebaut

Diese Idee gibt es seit 2011. Die Prinzipien sind einfach und klar:

  • Teilung von Risiko und Verantwortung
  • Gegenseitiges Vertrauen
  • Gemeinsame Entscheidung bei den Anbaumethoden und den Kosten der landwirtschaftlichen Produktion
  • Langfristige Beziehung zwischen Produzenten und Konsumente
  • Freiheit von ökonomischem Zwang in der Landwirtschaft
  • Ernährungssouveränität
  • Gesundheit von Böden, Gewässern, Pflanzen, Tieren und Menschen fördern
  • Fördert internationale Gesinnung und Völkerverständigung

 

Das Netzwerk der solidarischen Landwirtschaft bietet einen Rahmen, in dem sich Menschen treffen, die zusammen für etwas einstehen. Wichtig ist nicht der politische Hintergrund oder die Interessen der Menschen. Was sie teilen ist der Wunsch zu Handeln.

Lindenhof in Gelsenkirchen – Die Umsetzung vor Ort

Schon von weitem höre ich Kinder lachen. Mit Blick streift nach links, ein riesiges Feld erstreckt sich soweit ich schauen können. Ich frage mich, was da wohl angebaut wird. Es leuchtet durchweg grün. Als ich um die Ecke laufe sehe ich Kinder, die ein Baumhaus bauen und sich nicht von dem Trubel um sie herum ablenken lassen.

Es ist Abholzeit.

Das selbst gebaute Baumhaus der Kinder auf dem Lindenhof.

Menschen lachen, tauschen sich aus und diskutieren zusammen.

Was sich nach Filmidylle anhört, geschieht auf dem Lindenhof in Gelsenkirchen wirklich. Martin und Steffi führen den Hof seit 2016 mit dem Konzept der solidarischen Landwirtschaft.

Jede Woche am Freitag und Samstag kommen die Investoren vorbei und holen ihre „Rendite“ ab. Kartoffeln, Kohl und Zucchini. Neben dem Gemüseanteil gibt es auch einen Eieranteil, einen Fleischanteil und seit neustem auch einen Milchanteil.

In der Massentierhaltung gibt es Berater, die Höfe empfehlen, wie sie noch schneller, noch mehr Tiere hochzüchten und schlachten können. Martin war einer von Ihnen. Als ihm sein Handeln bewusst wurde, hat er sein Leben um 180 Grad gedreht. Wenn sogar seine Kunden ihr eigenes Fleisch nicht essen wohl und ihn nach Bio Fleisch fragen, wie kann er das weiter unterstützen.

Transparenz und Landwirtschaft mit Herz

Das oberste Gebot bei der SoLaWi ist Transparenz. Martin beschreibt haarklein jede Anbaumethode und welchen Dünger er nutzt.

Solange ich mich noch erklären kann und den Leuten in die Augen sehen kann ist alles gut, erklärt uns Martin.

 

Im ersten Moment hat es mich überrascht, als er sagt, dass der Anbau am Lindenhof nicht das Bio Siegel erreicht. Er spricht über die hohen Kosten für so ein Siegel.

Für ihn ist auch Kupfer ein Thema. In der konventionellen Landwirtschaft ist Kupfer streng verboten. Hier werden Pestizide und andere Chemikalien gegen Schädlinge genutzt. In der biologischen Landwirtschaft ist Kupfer widerrum erlaubt. Schwarz und weiß gibt es also auch nicht auf dem Bauernhof.

Die beiden Schweine fühlen sich wohl im Außenbereich des Lindenhofes. Solidarisch mit den Tieren in eine grünere Welt.
Die beiden Schweine fühlen sich wohl im Außenbereich.

Schweine, Hühner, Rinder, Schafe – auch sie leben auf dem Lindenhof. Ihnen geht es gut. Sie werden mit dem gefüttert was sie wirklich brauchen. Soja gibt es nur in Ausnahmefällen für die Ferkel. Sie können friedlich sowohl draußen, als auch drinnen leben. Martin ist stolz auf die Qualität des Fleisches und die Beziehung, die er zu den Tieren hat.  Jedes der Tiere kennt er beim Namen.

Nur einmal im Leben bescheißt du sie dann“, gibt Martin zu, und er erzählt uns von der Fahrt zum nah gelegenen Schlachter. Warum Bio Lebensmittel in Plastik verpackt sind. Weltblick AHA

Wie hört sich das an?

Du hast als Konsument die Macht. Du kannst mit deinem heutigen Kauf das Angebot von morgen beeinflussen. Wie hört sich das an?

Ist Bio Gemüse in Plastikverpackung eine Option für dich?

43,50 Euro kostet es pro Woche, wenn du dich beim Lindenhof mit Eiern, Fleisch, Milch und Gemüse eindeckst. Und hier weißt du ohne ein Siegel was drin ist.

Toller Nebeneffekt: Es gibt keinen Verpackungsmüll. Das Gemüse und die Eier kommen in Kartons, die beim nächsten Mal neu befüllt werden. Die Milch in Glasflaschen. Lediglich bei der Wurst muss Portionsweise verpackt werden aufgrund der Hygiene-Vorschriften.

 

Frisches Gemüse von der Ernte auf dem Lindhof. Kathrin von Weltblick 2.0 freut sich.
Die frische Ernte vom Lindenhof in der Hand.

Zahlen und Fakten

2015 wurde in Deutschland 559kg  pro Einwohner Müll verursacht.

DU sparst durch SoLaWi (ca.):

13% Kunsstoffe = 72,67 kg

15% (von 30,8%) Hausmüll

Das ist eine Ersparnis von 83,85 kg und somit 156,52 kg pro Jahr und 429 g pro Tag!


» Du tust etwas für deine Gesundheit. Gute Lebensmittel bedeuten mehr Nährstoffe und mehr Energie. Auch wenn es hier widersprüchliche Studien gibt.

» Es gelangen weniger Schadstoffe ins Grundwasser und vor allem: in deinen Körper.

» Bei der SoLaWi weißt du genau wie angebaut wird, wenn nicht kannst du fragen und mitreden kannst Du auch. Du kannst Verantwortung übernehmen.

» Ökologische Landwirtschaft verursacht weniger CO2 Ausstoß als konventionelle Landwirtschaft.


 

🍂 Gute und gesunde Lebensmittel sind kein unerreichbares Ziel. Wir sind nicht von den globalen Märkten abhängig, wenn die Lösung vor der Haustür wartet. 🍂

 

    Schlag ein, wenn du dabei bist.

    ✋  Denke out of the box und sei Teil der Weltblick 2.0 Community.

Fussabdruck statt Cola-Dose

 


Quellen
Solidarische Landwirtschaft
Lindenhof in Gelsenkirchen
Umweltbundesamt zum Abfallaufkommen
Vergleich.org zur Bio-Qualität
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft
Bio-Fleisch und die verschiedenen Siegel

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