Podcast Change & Perspective

Wie fühlen sich geflüchtete Menschen in Deutschland?

07/22/2020
Gruppe von Männern auf Fahrrädern Flüchtlinge Rassismus Erfahrung Fahrradtour

#057 – Zwischen strukturellem Rassismus und ehrlicher Hilfsbereitschaft – Gespräch mit einer Frau aus Syrien und einem Mann aus dem Irak. Aktuell gibt es viele Diskussionen um das Thema Rassismus, auch in Deutschland. Trotzdem fragen wir uns selten: Wie fühlen sich Menschen wirklich, wenn sie davon betroffen sind und wie nehmen sie die Situation wahr?

Ich spreche in dieser Folge mit Pelang aus Syrien und einem Mann aus dem Irak. Sie erzählen mir von ihrer Reise nach Deutschland, wie sie sich hier fühlen und ob es in Ordnung ist, sie nach ihrer Herkunft zu fragen. Fünf Jahre sind die beiden mittlerweile in Deutschland. Wie hat sich ihre Wahrnehmung geändert und haben sie heikle Erfahrungen mit Rassismus gemacht? Wenn ihr eines vorweg nehmen kann, dann das jeder Mensch einzigartig ist. Es gibt nicht die eine Einleitung, wie wir uns verhalten sollen. Genau das macht das Leben spannend und in dieser Folge hast du die Chance, die Perspektive von einer syrischen Frau und einem irakischen Mann zu hören.

  Hör rein in das Interview mit geflüchteten Personen in Deutschland

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Worum geht’s genau?

  • In diesem Interview spreche ich mit Pelang, einer Frau aus Syrien und einem Mann aus dem Irak. Sie erzählen mir ihre Geschichten und teilen mit uns, wie ihre Erfahrungen als Geflüchtete in Deutschland sind.
  • Pelang ist mir ihrer Familie vor 5 Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen. Für sie war es besonders wichtig die deutsche Sprache zu lernen. Noch heute ist sie immer froh, wenn sie mit Deutschen ins Gespräch kommt und sich austauschen kann.
  • Sie ist selbst sehr neugierig und offen und findet es ok, wenn sie nach ihrer Herkunft gefragt wird. Sie sagt selbst, dass sie es auch tut. Als ich ihr erklärt habe, dass gerade jetzt viele Menschen verunsichert sind und sich richtig verhalten wollen, hat sie gesagt, dass das Deutsche gilt (die z.B. Schwarz sind) und nicht für sie.
  • Außerdem teilt Pelang ihre Erfahrungen mit strukturellem Rassismus mit uns. Immer wenn sie alleine zu einem Amt geht, bekommt sie nicht die selben Leistungen, als wenn jemand „Deutsches“ dabei ist.
  • Das Leben in Syrien vermisst sie sehr, aber sie ist gleichzeitig sehr dankbar in Deutschland zu sein und möchte gerne für sich und ihre Kinder hier bleiben.
  • Das zweite Gespräch ist mit einem Mann aus dem Irak. Er ist ebenfalls seit fünf Jahren in Deutschland und hat ähnliche Erfahrungen wie Pelang gemacht.
  • Auch er wird bei Ämter benachteiligt oder Menschen schauen weg, wenn er nach dem Weg fragt. Er teilt außerdem eine unangenehme Geschichte aus der Bahn mit uns.
  • Für ihn ist es in Ordnung, wenn er nach seiner Herkunft angesprochen wird. Wichtig ist für ihn, dass die Intention der Frage ehrlich und positiv ist. Er hat auch schon öfter erlebt, dass hinter einer Frage eigentlich eine Anschuldigung o.Ä. steht.
  • Verallgemeinerungen und der Wunsch nach einer Liste, nach der wir Dinge „richtig“ machen können existieren nicht.
  • Beide Gespräche haben mir gezeigt, dass es darum geht, Menschen offen und ehrlich zu begegnen. Das wir den Dialog brauchen und das der eigentliche Weg ist, wie wir Rassismus in Deutschland bekämpfen. Denn wir schulden es geflüchteten Personen in Deutschland und allen anderen Gruppen, dass unseren Blickwinkel zu ändern.

 


Shownotes und Links

 

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