Grüne Seele | Konsum

Fair Fashion – Fakten, Stimmen und Siegel

04/20/2020
Fair Fashion Titelbild adventure awaits shirt soul cover

Immer öfter fällt der Begriff „Fair Fashion“. Doch was macht die Mode eigentlich fair und welches Statement setzt dieser Trend? Einfach ausgedrückt, geht es bei Fair Fashion um Mode aus nachhaltigen und ökologischen Komponenten, die außerdem fair hergestellt wird. Mittlerweile gibt es immer mehr faire Mode in den verschiedensten Bereichen. Angefangen bei der einfachen Unterhose, über Shirts, bis hin zur Jeans oder Heimtextilien. Immer mehr Fair-Fashion Labels kommen auf den Markt und produzieren ihre Waren nach ökologischen und sozialen Standards. Wir feiern diese Aufwärtsbewegung in der Mode- und Textilindustrie und sind stolz ein Teil davon sein zu können.

Fair Fashion – Was heißt das eigentlich?

Oft fällt der Begriff nachhaltige Mode, wobei auch Bezeichnungen wie grüne Mode, Eco Fashion oder Fair Fashion auftauchen. Grundsätzlich handelt es sich dabei um Kleidung, die aus umweltfreundlichen Materialien produziert werden und wo bei der Herstellung soziale Aspekte im Vordergrund stehen. Erst wenn die Grundmaterialien sowie die Herstellung nach bestimmten ökologischen und sozialen Standards erfolgen, dürfen die Produkte auch den Namen Fair Fashion tragen. Worin genau die Unterschiede liegen, möchten wir dir gerne näher erläutern.

Ein ökologischer Aspekt findet sich zum Beispiel in der Verarbeitung der Produkte wieder. In der Produktion dürfen werden beispielsweise keine schädlichen Chemikalien genutzt. Das beginnt schon beim Anbau des Rohmaterials und geht weiter bis zur Verarbeitung. Wichtig ist bei der Produktion beispielsweise, dass möglichst wenige Ressourcen verbraucht werden. Das betrifft sowohl Energie, als auch Wasser. Nicht nur die Ressourcen spielen eine große Rolle, auch im Hinblick auf die sozialen Aspekte gibt es Vorschriften. Die Arbeiter halten angemessene Arbeitszeiten ein und bekommen für ihre Arbeit eine entsprechende Entlohnung. Zwangsarbeit und Kinderarbeit sind verboten. Produzenten ermöglichen außerdem ihren Arbeitern eine soziale Absicherung und Gewerkschaftszugehörigkeit. Erfüllt das Produkt die genannten Anforderungen in allen Punkten, darf es sich Fair Fashion nennen. Warum es hier manchmal zur Verwirrung kommt und wie du sicher sein kannst, dass die Hersteller halten was sie versprechen, erzählen wir dir jetzt.

Woran erkenne ich Fair Fashion?

Fair Fashion auf den ersten Blick zu erkennen ist gar nicht so leicht. Dafür gibt es mittlerweile verschiedene Fair-Fashion Siegel. Hier findest du fünf dieser Siegel, die du unbedingt kennen solltest.

blauer engel logo fair fashion Siegel das umweltzeichenBlauer Engel

 

Dieses Siegel garantiert, dass die Produktion insgesamt ressourcenschonend erfolgt. Die Umweltkriterien, die dabei erfüllt sein müssen, werden durch unabhängige Labore anhand eines Schadstofftest überprüft. Das Blaue Engel Siegel ist das älteste Umweltsiegel auf dem Markt und existiert seit 1978.

 

Cradle to CradleNachhaltigkeit_c2c2 siegel cradle to cradle Siegel

Das Ziel der Cradle to Cradle Organisation ist ein Wirtschaftskreislauf ohne Abfall. Produkte, die mit dem Cradle to Cradle Siegel versehen sind, bestehen aus Materialien, die wiederverwertet oder biologisch abgebaut werden können und so in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden. Im Fashionbereich heißt das, dass die Materialien nach Gebrauch natürlich abgebaut werden können oder zu neuen Produkten verarbeitet werden können. Dieses Verfahren schließt giftige Stoffe, die sich am Ende nicht recyceln oder natürlich ab führen lassen aus. Die Zertifizierung findet in fünf Qualitätsstufen statt: Basic, Bronze, Silber, Gold und Platin. Das bedeutet eben auch: Nur bei einer Platin Auszeichnung ist das Kleidungsstück 100% biologisch abbaubar. Darunter kann es dann die genannten Abstufungen geben.

 

Fairtrade Siegel fair fashionFairtrade

Das Fairtrade Gütesiegel garantiert neben nachhaltigem Anbau die höchsten Sozialstandards und sorgt gleichzeitig für faire Handelsketten. Das Siegel wird nur vergeben, wenn geregelte Arbeitsbedingungen gegeben sind. Kinderarbeit und Diskriminierung sind strikt verboten. Fairtrade setzt sich für den Schutz und Erhalt der Natur ein und verbietet Agrochemie beim Anbau der Produkte.

 

Fairtrade hat spezielle Untergruppen sogenannte Fairtrade-Produkt-Siegel. Für Fair-Fashion sind vor allem folgende interessant und wichtig für dich:

Fairtrade Cotton

Das Fairtrade Cotton Siegel garantiert eine fair angebaute und gehandelte Rohbaumwolle, die weiterverarbeitet wird.

Fairtrade Textile Production

Garantiert, dass die gesamte Textillieferkette den Fairtrade-Textilstandards entspricht.

 

FWF_Logo Fair wear FoundationFair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation ist eine der aktivsten Organisationen weltweit, die sich für faire und menschengerechte Arbeitsbedingungen einsetzt. Unter anderem setzt sich die Organisation für sichere und gesunde Arbeitsbedingung, angemessene Arbeitszeiten sowie Mindestlohn ein und verbietet Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder Diskriminierung am Arbeitsplatz.

 

 

 

Global_Organic_Textile_Standard_logo GOTS Fair fashion NachhaltigkeitGOTS Global Organic Textile Standard

Das GOTS Siegel garantiert eine strenge und vertrauenswürdige Zertifizierung im Hinblick auf ökologisch und sozialverträglich hergestellte Textilien. Kriterien für das Zertifikat sind Einhaltung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), sowie umweltverträgliche Textilherstellung. Genmanipuliertes Saatgut, Formaldehyde und giftige Schwermetall sind beispielsweise verboten. GOTS-zertifizierte Textilien müssen zu mindestens 70 Prozent aus biologisch erzeugten Naturfasern hergestellt sein. Um ein GOTS Zertifikat zu erhalten müssen alle Betriebe in der Lieferkette zertifiziert sein.

Sind Siegel der einzige Anhaltspunkt im Fair-Fashion Dschungel?

Die Siegel geben dir einen guten Überblick über die Herstellungsprozesse und die sozialen Standards bei der Textilherstellung. Siegel sind ein guter Richtwert, allerdings gibt es auch viele kleine Firmen, die sich die teure Zertifizierung nicht leisten können und trotzdem nachhaltig oder sogar noch nachhaltiger agieren als die großen Firmen. Sich blind auf die Siegel zu verlassen ist also nur die halbe Lösung. Deswegen möchten wir dir noch gezielte Fragen an die Hand geben, die dich bei deiner eigenen Recherche unterstützen können. Wichtig ist dabei der Gedanke: Wie gut weiß das Unternehmen über die Produktionskette Bescheid und in wieweit ist eine nachhaltige und faire Herstellung garantiert. Diese Fragen helfen dir dabei:

  • Wo wird das Produkt hergestellt?
  • Welche Materialien werden verarbeitet?
  • Bist du selbst schon mal in der Produktionsstätte gewesen oder findest du auf der Seite des Labels Fotos und Videos dazu?

Fair Fashion muss nicht neu sein, dafür aber einzigartig

Heutzutage gibt es nachhaltige Kleidung für alle Altersklassen, angefangen vom Kleinkindalter bis ins Erwachsenenalter. Dabei geht es bei Fair Fashion nicht nur an neue Kleidung, sondern es geht um Nachhaltigkeit ganz allgemein. Nachhaltigkeit kann schon im eigenen Haushalt beginnen und nicht erst beim Kauf von neuer Kleidung. Ein ganz bekannter Begriff aus diesem Bereich ist Upcycling. Das Ziel von Upcycling ist die Verhinderung von Müll. Anstatt die Altkleidung zu entsorgen, werden damit neue Kleidungsstücke hergestellt.

Gerade Second-Hand-Läden, Flohmärkte und Plattformen wie Kleiderkreisel kommen damit wieder mehr in Mode. Hier findest du in der Regel gebrauchte Kleidung, Schuhe und auch Accessoires, die in einem guten Zustand sind, der Vorbesitzer braucht sie bloß nicht mehr. Neben den zahlreichen Second-Hand-Läden, werden mittlerweile auch sogenannte Tauschparties durchgeführt. Hier haben die Teilnehmer die Möglichkeit, Kleidungsstücke untereinander zu tauschen. Gebraucht bedeutet dabei nicht kaputt. Die Kleidung sollte intakt sein und dem nächsten Besitzer so eine große Freude bereiten.

Soulcover Clothing Janine Dennis Gründer Fair Fashion Adventure

Soulcover – Ein Fair Fashion Label aus Stuttgart

Vielleicht hast du es schon erahnt, der Artikel ist nicht in Kathrin’s Kopf entstanden, sondern mit viel Insider-Wissen von Janine und Dennis, den Köpfen hinter Soulcover-Clothing. Soulcover ist eine Marke für Weltenbummler, Abenteurer und Reisejunkies, die Janine und Dennis aus der eigenen Leidenschaft zum Reisen 2016 gegründet haben. Im Sortiment von Soulcover gibt es T-Shirts, Tank Tops, Hoodies, Mützen, Caps und hilfreiche, nachhaltige Reisebegleiter. Soulcover legt bei der Herstellung der Produkte besonderen Wert auf Nachhaltigkeit, deshalb findest Du folgende Siegel auch auf den Produkten wieder: Peta Vegan Approved, (GOTS – Hersteller), Fairwear, Fairtrade, OEKOTEX 100. Darüber hinaus setzen sich Janine und Dennis gemeinsam mit ihren Kunden und der Community für den Erhalt der Natur ein. Für jedes verkaufte Produkt pflanzen wir in Kooperation mit Plant-for-the-Planet einen Baum in Mexiko.

 

Ich habe die beiden vor meiner eigenen Reise 2017 persönlich treffen dürfen und bin super froh den beiden hier eine Plattform geben zu können. Der Artikel ist in freundschaftlicher Zusammenarbeit entstanden. *Und daher unbezahlte Werbung.*

 

🎧   Lieber was auf die Ohren?

Passender Podcast mit den Gründern von Erlich Textil → hier

 

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